Gesundes Licht – was ist das? Was bringt uns das?

Aktualisiert: Mai 20


Kann Licht gesund oder ungesund sein? Ja, durchaus.


Welches Licht uns guttut, hängt von der Tageszeit ab

Geht es Ihnen auch so, wenn sie beim Frühstück das Licht anschalten, fühlt es sich falsch an. Es passt nicht. Wir spüren intuitiv, dass wir anderes Licht um diese Uhrzeit benötigen

Unsere Wohnbeleuchtung ist meist für den Abend ausgelegt. Wenn wir abends das Licht anschalten, fühlen wir uns wohl und behaglich. Und das, obwohl es genau das Licht ist, mit dem wir uns morgens nicht wohlfühlen.


Auch im Büro schalten wir Kunstlicht erst ein, wenn es notwendig ist. Woran liegt das.


Inhalt




Natürliches Licht


Das Sonnenlicht ist morgens gelblich-weiß und sehr hell. Wir brauchen diese Lichtfarbe, um wach und fit zu werden. Diese Lichtfarbe signalisiert unserem Körper „Wach auf, starte in den Tag“. Es gibt spezielle Lichtwecker, die uns sanft mit immer heller werdendem Licht wecken. Von Gelblich wechselt dies zu sehr hellem, weißem Licht.

Wollen wir abends einschlafen, dann dimmt der Wecker ganz langsam das Licht und wechselt immer mehr ins Rötlich-Gelbliche. Unser Körper versteht dann, 'Melatonin ausschütten, vorbereiten zum Einschlafen'.

Vormittags ist das Sonnenlicht durch den hohen Anteil an kurzwelligem blauen Licht weißer. Je weiter die Sonne Richtung Horizont wandert, je näher der Abend, umso weniger blaues Licht erreicht uns. Das Licht scheint gelblich oder rötlich.


Helles Licht über Tag macht uns nicht nur tagsüber fitter und leistungsfähiger, es lässt uns auch in der Nacht tiefer schlafen.





Wie Licht den Tag-/Nacht-Rhythmus beeinflusst


Der Tag-/Nacht-Rhythmus des Menschen wird vom Licht beeinflusst. 5 % der Ganglienzellen sind fotosensitiv. Diese sorgen für eine Wirkung des Lichts auf den menschlichen Körper, die nichts mit unserem klassischen Verständnis vom Sehen zu tun hat, sie steuern unseren zirkadianen Rhythmus. So wird die Ausschüttung von Melatonin unter blauem Licht mit einer Wellenlänge von 460 – 490 nm unterdrückt. Das heißt, arbeiten wir tagsüber bei dieser Wellenlänge bleiben wir fit, tun wir dies abends, steht uns eine schlaflose Nacht bevor. Die Entdecker der „inneren Uhr“, Jeffrey Hall, Michael Rosbash und Michael Young, bekamen 2017 den Nobelpreis. Die Erkenntnisse der Chronobiologie sind also noch relativ neu.


Somit ist Licht der wichtigste Zeitgeber für den zirkadianen Rhythmus. Zirkadian bedeutet „rings um den Tag“ (zirka – rund, dian – Tag) es geht um den 24-Stunden Rhythmus.


Ohne äußere Reize, also Zeitgeber, verschiebt sich der Tag-/Nacht-Rhythmus. Die Tage werden dann länger, denn der Körper hat ohne Zeitgeber wie Licht und Lärm einen längeren Tag-/Nacht-Rhythmus. Der wichtigste Zeitgeber ist aber Licht. Da die Tage über das Jahr nicht gleich lang sind, muss die innere Uhr mithilfe externer Signale korrigiert werden.


Völlig blinde Menschen haben keinen Zeitgeber durch Licht. Bei sehenden Menschen wird die innere Uhr jeden Tag korrigiert, bei Blinden passiert das nicht. Der Tag-/Nacht-Rhythmus verschiebt sich kontinuierlich mit gesundheitlichen Auswirkungen. Schlaf- und Wachhormone werden nicht im richtigen Moment ausgeschüttet. Dies führt zu Gereiztheit, starker Tagesmüdigkeit und Konzentrationsmangel. Man nennt das Non-24.


Die Sonne gibt also den Rhythmus durch den Wechsel der Helligkeit und auch der Lichtfarbe vor. Am Abend fahren wir runter und morgens bringt uns die Sonne auf Vordermann.


Nun wäre es eine gute Sache, der Mensch könnte in Harmonie mit seinem Rhythmus leben. Das ist aber nicht so einfach. Wir Menschen stören diesen mit unangenehmen Folgen: Konzentrationsprobleme, Schlaflosigkeit sind der Preis.


Zugegeben, nicht alles können wir ändern. Aber vieles lässt sich mit zirkadianem Licht deutlich verbessern. Bei Schichtarbeit und auch Jet-Lag kann intelligentes Licht die Defizite ausgleichen helfen. Eine passende Beleuchtung im Büro lässt uns konzentrierter arbeiten und nachts besser schlafen.


Was unseren Tag-/Nacht-Rhythmus stören kann

⁃ langer Aufenthalt in Innenräumen

⁃ Jet Lag

⁃ Leben in äquatorfernen Zonen

⁃ helles blaues Licht am Abend (Handy)

⁃ Schichtarbeit

⁃ falsches Licht am Arbeitsplatz


Zugegeben, nicht alles können wir ändern. Aber vieles lässt sich mit zirkadianem Licht deutlich verbessern. Bei Schichtarbeit und auch Jet-Lag kann intelligentes Licht die Defizite ausgleichen helfen. Eine passende Beleuchtung im Büro lässt uns konzentrierter arbeiten und nachts besser schlafen.


Auch der Handy-Nutzung können wir uns nicht so einfach entziehen. Ideal wäre es, abends das Handy beiseitezulegen und bei Kerzenschein in einem Buch zu lesen.


Surfen oder chatten wir dagegen abends versteht unser Körper das als Signal, dass kein Melatonin produziert werden muss. Der Screen ist zu hell und hat einen zu hohen Blauanteil – so wie das Sonnenlicht tagsüber. Der Körper bereitet sich also nicht auf die Schlafenszeit vor.

Es gibt aber mittlerweile Apps, die abends die Blauanteile des Handy- oder Tablet-Bildschirms verringern und auch die Helligkeit automatisch zurückfahren. So etwas gibt es auch für den PC. Diese Programme helfen, dass der Körper nachts runterfährt, ohne dass wir aufs Handy am Abend verzichten müssen:


Twilight (Android),

Night Screen (IOS),

f.lux (Windows/Mac)





Was natürliches Licht ausmacht


Wir können unser Lichtsystem mit intelligenten Lösungen Richtung auf Sonnenlicht trimmen und so im Einklang mit dem 24-Stunden-Rhythmus sein.

Dafür sollten wir zunächst auf die Faktoren des Lichts schauen. Welche Parameter haben wir, die bei durchdachter Kombination dafür sorgen, dass es uns rundum besser geht.


Messgrößen von Licht

Kelvin Lichtfarbe

Lumen Lichthelligkeit

Lux Beleuchtungsstärke

Ra Farbwiedergabeindex

in % Flimmerwert

- Schattenwert (Nodesign-Special)


Diese Parameter können wir in Kombination mit intelligenter Steuerung so einsetzen, dass wir tagsüber fitter und konzentrierter sind und nachts besser schlafen.


Nachdem sich der Tag-/Nacht-Rhythmus am Sonnenlicht orientiert, sollten wir unsere Beleuchtung dem Sonnenlicht anpassen. Das heißt, tagsüber geht es uns am besten bei weißem und sehr hellem Licht und Richtung Abend sollte das Licht idealerweise nicht mehr so hell und mehr gelblich/rötlich sein.





Die Lichtfarbe


Belebendes Licht


Helles weißes Licht wirkt belebend. In Treppenhäusern, Küche und Arbeitszimmer ist das die richtige Beleuchtung. Dort ist es wichtig, dass wir hellwach arbeiten und gut sehen. Tagsüber ist das Licht weißer durch den hohen Anteil an kurzwelligem blauen Licht. Je weiter die Sonne Richtung Horizont wandert, je näher der Abend, umso weniger blaues Licht erreicht uns. Das Licht scheint gelblich oder rötlich.


Vom frühen Sonnenaufgang bis zur prallen Mittagssonne steigt die Farbtemperatur von ca. 3500 K bis 6000 und bei blauem Himmel bis zu 12.000 Kelvin an, um bis zum späten Abend wieder deutlich abzufallen. Warum ist das so? Scheint das weiße Sonnenlicht auf die Erde, wird das blaue Licht stärker gestreut als das rote. Das ist auch der Grund, warum der Himmel Blau aussieht. Das blaue Licht fällt durch die intensive Streuung von überall in unsere Augen.


Entspannendes Licht


Warmes Licht wirkt eher beruhigend und ist angenehm in Wohn- und Schlafräumen. Für ein romantisches Abendessen würde wohl niemand Neonlicht wählen, sondern das Wohlfühllicht von Kerzen.






Wie verändert sich die Lichtfarbe im Laufe des Tages

Morgensonne 2700 - 5000 Kelvin

Vormittags-/Nachmittagssonne 5500 – 12.000 Kelvin

Abendlicht 4000 - 2300 Kelvin

bedeckter Himmel 6500 – 7500 Kelvin


Im Vergleich dazu

200 Watt Glühlampe 3000 Kelvin



An unseren Rhythmus angepasstes Licht

Eine Lichtfarbe tagsüber von 3300 – 6000 Kelvin sorgt dafür, dass wir leistungsfähig sind. Meist sind in Büros neutralweiße Leuchtstofflampen mit 4000 Kelvin angebracht. Damit wird niemand richtig konzentriert und auch nicht richtig müde.

Ab dem frühen Abend fühlen wir uns bei 2700 K – 3200 K wohl und wir können nachts gut schlafen.


Das heißt, wenn wir das Licht dem Sonnenlicht über den Tag anpassen, geht es uns besser. Das Signal „Aufwachen“ am Morgen können wir nutzen - mit der richtigen Beleuchtung. Ist das Sonnenlicht nicht hell genug wie zum Beispiel im Winter, oder arbeiten wir in einer Umgebung ohne Fenster, ist eine Beleuchtung, die dem Tageslicht entspricht, Gold wert. Das heißt, morgens und tagsüber weiß und etwas bläulich, zum Abend gelber werdend.



Lichthelligkeit

Wir kennen noch die Wattzahl von den Glühbirnen, umrechnen in Lumen, ist noch nicht so geläufig. Lumen, der Lichtstrom gibt an, wie viel Licht ein Leuchtmittel nach allen Seiten abstrahlt.

100 Watt sind 1521 Lumen

60 Watt sind 806 Lumen

25 Watt sind 249 Lumen.


Für den Arbeitsbereich (Büro, Küche, Bad) benötigen wir 250 – 300 Lumen pro/m²,

in Wohnzimmer, Schlafzimmer und Flur um die 100 - 150 Lumen pro/m².

Haben wir mehrere Lampen, können wir die Lumen addieren.





Beleuchtungsstärke

Kennen Sie das, sie haben extra eine helle Lampe auf den Arbeitsplatz gerichtet, haben aber trotzdem das Gefühl, sie sehen nichts. Da fehlt es an der Stärke und Gleichmäßigkeit der Ausleuchtung des Arbeitsplatzes.


Mit der Beleuchtungsstärke befassen sich in erster Linie Fachleute. Damit wird festgestellt, ob die Beleuchtungsstärke für den jeweiligen Zweck ausreicht. Dies ist wichtig für öffentliche Bereiche, Büros, Produktionshallen. Der Raum soll optimal ausgeleuchtet werden, damit die Augen nicht geschädigt werden. Das regelt die DIN 12464 . Allerdings geht es darin rein um die Beleuchtungsstärke und nichts anderes.

Richtwert für den direkten Arbeitsplatz: 500 Lux

helles Licht über Tag lässt uns in der Nacht tiefer schlafen.



Einfluss der Lichthelligkeit auf den Körper


Die Sonne gibt den Rhythmus unter anderem durch den Wechsel der Helligkeit vor. Am Abend und in der Nacht verlangsamt die weniger werdende Helligkeit den Rhythmus, am morgen treibt die Sonne ihn an.

Stehen wir nachts auf und der Weg zum Bad ist gleißend hell, passiert das ebenfalls. Der Körper versteht „Aufwachen“. Wir brauchen ewig, bis wir wieder schlafen. Auch das lässt sich durch eine intelligente Lichtsteuerung verhindern.



Farbwiedergabeindex

Sonnenlicht ist weiß. Es besteht aber aus allen Spektralfarben. Wenn wir Glück haben, sehen wir bei Regen einen Regenbogen. Was wir dann sehen, ist die unterschiedliche Lichtbrechung der Farben. Je kürzer die Wellenlänge, desto stärker die Streuung.



Je ähnlicher das Farbspektrum eines Leuchtmittels am Sonnenlicht ist, umso natürlicher finden wir es.


Der Ra-Wert sagt aus, wie ähnlich ein Leuchtmittel dem Sonnenlicht kommt.


Ra-Werte:

Sonnenlicht 100

Glühlampe fast 100

Halogenlampe 95 – 100

LED 60 – 98

Leuchtstofflampe 60 – 90


Mit Glühlampen hatten wir früher keine Probleme, die gibt es aber nicht mehr. Das beste Leuchtmittel, um Energiekosten zu senken, ist das LED-Leuchtmittel. Allerdings sollten wir zu qualitativ hochwertigen Leuchtmitteln greifen. Ein Ra von 80 ist nicht ideal, sondern nur gerade noch akzeptabel. Je höher der Wert, umso natürlicher empfinden wir das Licht, je niedriger, umso künstlicher.



Flimmerwert


Erinnern sie sich an die Röhrenfernseher oder Röhrenbildschirme? Nach kurzer Zeit hatten wir Kopfschmerzen. Das Licht flimmerte und das ist für die Augen anstrengend. Fernseher hießen früher nicht umsonst Flimmerkisten, das Flimmern war sichtbar.

Selbst wenn wir nicht den Eindruck haben, dass eine Beleuchtung flimmert, kann sie flimmern. Wir nehmen es nur nicht wahr. Jetzt könnte man meinen, wenn wir es nicht wahrnehmen, dann schadet es nicht. Weit gefehlt. Trotzdem können wir mit Kopfschmerzen reagieren.


Dadurch, dass das Sonnenlicht nicht flimmert, musste der Körper sich im Laufe der Evolution nie an flimmerndes Licht anpassen. Deswegen kommen wir damit nicht zurecht. Die Menschen reagieren unterschiedlich stark auf flimmerndes Licht. Während mancher nur unruhig wird, löst flackerndes Licht bei anderen Kopfschmerzen oder Migräne aus. Im schlimmsten Fall kann flackerndes Licht zu Ohnmachstanfällen führen.



Lichtflimmern wird in Prozentwerten angegeben.


Unter 1% Lichtflimmern ist eine Lichtquelle flimmerfrei (anzustrebender Wert),

bis 12,5 % flimmerarm (ähnlich einer Glühbirne),

bis 25% Flimmeranteil nur akzeptabel

>50% nicht tolerierbarer Flimmerwert






Schattenwert

Wenn wir die ideale Lichtfarbe mit einer guten Beleuchtungsstärke, mit einer sonnenlichtähnlichen Beleuchtung mit einer intelligenten Steuerung kombiniert haben, sind wir schon ein Stück weiter. Allerdings fehlt eine wichtige Komponente, die wir bei Nodesign untersucht haben.


Der Mensch hat gelernt, dass es abends dunkler wird, dass die Farbtemperatur wechselt. Wollen wir, dass unser Körper sich optimal auf die Nacht vorbereitet, also Melatonin ausschüttet, müssen wir noch einen weiteren Parameter berücksichtigen: den Schattenwert. Darunter verstehen wir, wie viel Schatten wir abends einplanen müssen, damit der Körper bestmöglich versteht, dass er runterfahren soll.


Wir wissen, abends werden die Schatten länger, wenn die Sonne untergeht. Etwas Ähnliches sollten wir, speziell wenn wir nicht gut einschlafen können, berücksichtigen. Dieser Candle-Light-Dinner-Effekt kann mit einer intelligenten Anordnung von Flächenlicht und punktförmigen Licht erreicht werden. Eine vollständig schattenlose Ausleuchtung ist bei Tag im Arbeitsbereich wünschenswert, am Abend ist das nicht so. Mit wohldosiertem Schatten helfen wir dem Körper besser zu schlafen.




Jeder Raum im optimalen Licht


Es ist ein Unterschied, ob wir einen Arbeitsplatz wie eine Küche oder ein Büro, ein Badezimmer ausleuchten, oder ein Wohnzimmer, in dem wir gemütlich zusammensitzen wollen.




Die ideale Beleuchtung – zirkadianes Licht

Zirkadianes Licht heißt nicht einfach ein passendes Leuchtmittel in die Lampe schrauben und gut. Zirkadianes Licht ist ein intelligentes Lichtsystem und berücksichtigt, dass die Beleuchtung


• sonnenlichtähnlich ,

• mit steuerbarer Lichtfarbe,

• steuerbarer Lichthelligkeit,

• in der passenden Lichtstärke leuchtet und

• einen an die Tageszeit angepassten Schattenwert hat.





Damit wir vom Gesundheitsaspekt des Lichts profitieren, benötigen wir eine intelligente Steuerung mit hochwertigen Leuchtmitteln.




Fazit

Wer sich etwas Gutes tun will, die Konzentration verbessern will und auch nachts besser schlafen will, sollte sich für zirkadiane Lichtsysteme mit intelligenter Steuerung entscheiden. Die Investition ist überschaubar, der Wohlfühleffekt immens.



(Abbildungen: Nodesign GmbH und Pixabay Freie Fotos)

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